Déphasage – Ostranenie

Roger Odin nutzt den Begriff der Déphasage als Gegenpol zu „Mise-en-Phase“.  Damit meint Odin, die filmische Wahrnehmung intendierter Natur zu stören bzw. die Verfahrensweisen, welche genau das erwirken. Es geht um „Brüche in der Textur“, um die Fiktion zu überführen.

 

Bildschirmfoto 2017-05-09 um 17.43.33Ins Deutsche, wäre der Begriff mit „Phasenverschiebung“ zu übersetzen, den es in der Physik tatsächlich gibt…

 

In diesem Zusammenhang fällt hin und wieder der Begriff Ostranenie, was soviel bedeutet wie das Verfremden. Somit stellt Ostranenie ein Charaktertiskum in vielen Essay-, Experimental- und Avantgardefilmen dar. Der Begriff stammt vom russischen Formalisten Viktor Šklovskij . Das Ziel ist die „Ent-Automatisierung“ der Alltagswahrnehmung, welche ja durchaus der Ansatz vieler künstlerischer Strategien darstellt.

Ein schöner Artikel dazu: Kessler, Frank: Ostranenie. Zum Verfremdungsbegriff von Formalismus und Neoformalismus. In: Montage / AV 5,2, 1996, S. 51-65. LINK

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