Referat am heutigen Tag: Konrad Döppmann über Vater`s Garten

Die Hecke, dieser Teufel! Unscharfe Konturen, die Umgebung in einer dreisten Einfältigkeit skizziert: das wahre Gesicht des Kleinbürgertums? Die Kamera: halb diskret, dann aber doch wieder sperrig, vielleicht auch eklatant aufdringlich, in jedem Fall, den Eltern zuwider, als ein fühlbarer Fremdkörper zwischen Sohn und Alltag.

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Das Werk: Ein ganz erstaunliches Portrait Peter Liechti`s über seine Eltern. Wie ist die Jonglage zwischen persönlicher Beziehung und Außensicht zu einem Kunstgriff zu modellieren? In dem Fall, durch Abstraktion auf das Gesagte, ausgedrückt über die Groteske, mit einer geradezu verspielten Anmutung bestückt. Liechti lässt die Hasen sprechen, lässt sie für sich und für das Sinnbildliche parieren: die feigen Tiere als Maskierung, eigentlich aber als geniale Strategie der Demaskierung.

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Wie lässt sich der Amateurfilm in diesem Film verorten? Sind Elemente des Familienfilms prägnant, und wie steht es um den dokumentarischen Gehalt? Wir sind gespannt auf die heutigen Diskussionen.

Weitere Referate heute: Die Wiederkehr von Orphan Films als Found Footage am Beispiel von Bill Morrisons Decasia“, von Anette Kuhn, und „Online-Archive“, von Alexandra Berg.

 

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