Keiner weiß mehr (als man selbst)

 

Bildschirmfoto 2017-05-19 um 07.27.57[… ] Audiovisuelle Medien können selbstverständlich auch zur individuellen Selbstreflexion im Sinne eines filmischen Tagebuches benutzt werden, doch Arbeiten für die Schublade lassen sich mit weniger Aufwand und intimer mit anderen Medien wie Tinte und Papier oder Fotografie anfertigen. In erster Linie braucht der Film die Zuschauer. Mit der Erwartung auf Rezeption eng verbunden ist der Wunsch nach Anerkennung der geleisteten Arbeit.[… ]

Eckhard Schenke (1998): Der Amateurfilm: Gebrauchweisen privater Filme. Dissertation Univers. Göttingen.

 

Der Roman „Keiner weiß mehr“ ist ein guter Einstieg in das Werk Rolf-Dieter Brinkmanns. Verbale Tiraden, Schimpfgedichte und Ungereimtheiten künstlerischer Natur, vermag der viel zu früh verstorbene Ausnahmeliterat, in einer meisterhaften Manier, von der Belanglosigkeit in einen radikalen Reflexionsraum emporzuheben. Und mit dem selbstreflexiven Moment, beginnen wir die heutige Blockveranstaltung. Brinkmann gilt gemeinhin als Schriftsteller, doch widmete er sich unerlässlich Möglichkeiten der sich Erweiterungen, ging bewusst explorisch vor, um auf die Weise der Verengung des Gedachten oder auch Denkbaren zu entkommen. Für die SUPER-8-FILME, die seine Witwe Marlene dem Filmemacher Bergmann anvertraute, hatten Bergmann im Hauptfilm „Brikmanns Zorn“ keine Verwendung. Sie wurden im Rahmen einer Bonus-DVD bereitgestellt, und überdies auf der Promotion-Tournee, musikalisch umrahmt live aufgeführt. Franz Impler wird sie uns vorstellen.

 

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